Handwerkskammer Ludwigshafen

Nichtoffener Kunst am Bau Wettbewerb der Handwerkskammer der Pfalz Standort Ludwigshafen zur Aufwertung der Fassade durch künstlerische Gestaltung, die den Charakter der Einrichtung als Stätte der modernen beruflichen Bildung betont und gleichzeitig die Besucher zum Haupteingang führt.

Ziel

  • Aufwertung der vorhandenen zu gestaltenden Wand als Eye-Catcher der Gebäudeensembles und der Außenanlage
  • visuelle Hinführung zum Haupteingang
  • Aufwertung des Eingangsbereiches
  • Integration des neuen Vordachs
  • Keine Dekoration der Fassade sondern thematische Aussage: Der junge Mensch

Idee

Die Gebäude werden von jungen Menschen genutzt, das Berufsbildungs- und Technologiezentrum will sich dynamisch, frisch und innovativ präsentieren. Deshalb haben wir mit stilisierten und verfremdeten Bildern von Personen gestaltet. Bewusst sind unsere Darsteller für die Fotoaufnahmen zwischen 16 und 25 Jahre alt, erkennbar an der Kleidung, dem Styling, der Requisite und der Haltung. Es sind junge Menschen als Abbild unserer facettenreichen Gesellschaft, gleichermaßen junge Frauen wie Männer, Menschen mit Migrationshintergrund (Frau mit Kopftuch), sowie Behinderte (Rollstuhlfahrer). Integration und Inklusion – ganz aktuelle Themen – sind gestalterisch umgesetzt ohne sich aufzudrängen.

Konzeption

Die Figuren leiten mit bewusst eingesetzten visuellen Methoden zum Haupteingang: Dynamik, Farbe und Verdichtung.
Am rechten Wandabschnitt sind wenige, fast statische Formen positioniert (ruhig, verharrend). Ihre Bewegung steigert sich nach links stetig und erreicht ihren Kulminationspunkt durch Spring- und Fliegbewegungen am Haupteingang. Diese Dynamik wird durch die Überlagerung der einzelnen Figuren in verschiedenen Ebenen und die Verdichtung in diesem Bereich zusätzlich verstärkt. Alle Figuren, mit einer Ausnahme, blicken und streben in Richtung Eingang und lenken die Aufmerksamkeit eben dorthin. Ebenso ist durch die Farbigkeit eine Entwicklung von rechts/monochrom nach links/farbig in Richtung Haupteingang zu erkennen.

Die Figuren sind etwa 20-30 % größer als in der Realität. Sie sind durch die Farbumkehrungen lesbar, aber nicht personifiziert. Diese Abstraktion macht die realen Menschen zu Typen, die diese Altersgruppe symbolisieren.

Die links des Haupteingangs freistehende Stahlbetonstütze wurde in die Wandgestaltung einbezogen und fungiert als Gelenk für die Richtungsänderung zum Hauptgebäude. Hier wurde die Farbfolge der verdichteten Figurengruppe am Haupteingang auf die Stütze übertragen. Um die Farbanordnung auf die Figurengruppe beziehen zu können und damit erlebbar zu machen, muss der Betrachter eine bestimmte Position in der Freifläche davor einnehmen. Dieser Punkt wird im Bodenbelag entsprechend markiert.

Umsetzung

Die gefliesten Wände werden durch einen leicht getönten, hellgrauen, dickschichtigen Anstrich behandelt und dienen als Bildträger. Das Fliesenraster zeichnet sich leicht ab und ist hiermit Raster und idealer Bildhintergrund für die vorgeblendeten Figuren. Die Fliesenlogos und sonstigen Intarsien werden zusätzlich durch die in diesen Bereichen angeordneten Figuren verdeckt. Alle Figuren werden aus 5 mm starken Aluminiumtafeln entsprechend ihrer Konturen geschnitten und mit Abstandshaltern auf der Fassade montiert. Sie überlappen sich durch unterschiedliche Wandabstände (50mm bis 100mm) bei der Figurengruppe am Haupteingang. Eine Überlagerung mit Fensterflächen ist beabsichtigt, um die Figuren nicht in die Fliesenflächen wie in einen Bilderrahmen zu zwingen. Es entsteht dadurch eine Leichtigkeit und Großzügigkeit in der Gestaltung der Flächen.